AKTUELLE RATGEBER-THEMEN Solarkataster in der Region: Was Ihr Dach kann, bevor jemand vorbeikommt

Bevor wir zu einem Beratungstermin herausfahren, schauen sich viele Kundinnen und Kunden ihr Dach schon selbst an. Das ist ausdrücklich zu empfehlen, denn für fast jede Adresse in unserem Einzugsgebiet gibt es ein amtliches Solarkataster – kostenlos, ohne Anmeldung und ohne dass Sie dabei Kontaktdaten hinterlassen müssen. Wir haben zusammengestellt, welches Portal für welche Region zuständig ist, was die Werkzeuge können und wo ihre Grenzen liegen.

Was ein Solarkataster überhaupt macht

Die Grundlage sind Befliegungen mit Laserscannern. Daraus entsteht ein dreidimensionales Modell, das Gebäude erkennt und für jede einzelne Dachteilfläche Größe, Neigung und Ausrichtung berechnet. Anschließend wird simuliert, wie viel Sonne im Jahresverlauf dort tatsächlich ankommt – inklusive der Verschattung durch Nachbargebäude, Bäume oder den eigenen Schornstein. Am Ende steht eine farbige Bewertung von gut geeignet bis ungeeignet, meist ergänzt um eine grobe Angabe zur möglichen Anlagengröße und zum erwartbaren Jahresertrag.

Das ist deutlich mehr als eine Faustformel, und es ist unabhängig: Betreiber sind Landkreise, Städte und kommunale Verbände, nicht Anbieter von Solaranlagen.

Großraum Braunschweig

Für den größten Teil unseres Einzugsgebiets ist der SolarDachAtlas des Regionalverbands Großraum Braunschweig zuständig. Er deckt die Städte Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg sowie die Landkreise Gifhorn, Goslar, Helmstedt, Peine und Wolfenbüttel ab. Eingerichtet wurde er 2013, die aktuellen Höhendaten stammen aus Befliegungen der Jahre 2018 bis 2020, und seit Oktober 2022 ist mit Wolfsburg auch der letzte weiße Fleck gefüllt. Praktisch ist der integrierte Anlagenkonfigurator: Er rechnet auf Basis Ihres Stromverbrauchs eine mögliche Belegung durch und nennt installierbare Leistung und größenordnungsmäßige Kosten. Der Regionalverband weist selbst darauf hin, dass er zur Bedienung und zur Anlagenplanung keine Beratung anbieten kann.

Region Hannover

Die Region Hannover betreibt ein eigenes Solarkataster für das gesamte Regionsgebiet. Es beruht ebenfalls auf 3D-Laserscandaten und weist für jede geeignete Teilfläche die maximal installierbare Leistung, den zu erwartenden Strom- und Wärmeertrag sowie die rechnerische CO₂-Einsparung aus. Ein Ertragsrechner ist eingebaut, in den Sie Verbrauch und Nutzungsverhalten eingeben können. Die Region ordnet das selbst nüchtern ein: Für eine erste Einschätzung reicht das Kataster, vor der Anschaffung sollte aber immer ein Fachunternehmen genau rechnen.

Landkreis Hildesheim

Im Geoportal des Landkreises Hildesheim finden Sie das Solardachpotenzialkataster. Es geht einen Schritt weiter als die meisten anderen Portale: Der angeschlossene Ertragsrechner erlaubt neben der Schnellberechnung auch eine detaillierte Variante, in der Sie künftige Szenarien durchspielen können – etwa was passiert, wenn später ein Stromspeicher, eine Wärmepumpe oder ein E-Auto dazukommt. Betreut wird das Angebot von der Klimaschutzagentur Landkreis Hildesheim, deren Gesellschafter der Landkreis ist und die zusätzlich eine kostenlose einstündige Solar-Beratung vor Ort anbietet.

Landkreis Celle

Der Landkreis Celle hat 2025 ein eigenes Solarkataster freigeschaltet. Es führt in vier Schritten von der Adresse über das Gebäude bis zur Wirtschaftlichkeitsrechnung und ist kostenlos und unverbindlich nutzbar. Verantwortlich ist die Abteilung Klimaschutz des Landkreises, die Kartengrundlage stammt vom Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen.

Göttingen und Northeim

Für den Süden unseres Gebiets gibt es das Solardachkataster Südniedersachsen. Herausgeber sind die Stadt Göttingen, die Landkreise Göttingen und Northeim sowie die Energieagentur Region Göttingen. Die Anwendung läuft seit 2014 und wurde zwischenzeitlich überarbeitet; der Aufbau entspricht dem Celler Portal.

Wo die Kataster an ihre Grenzen kommen

So gut die Daten sind – ein paar Dinge kann kein Kataster wissen, und genau die entscheiden am Ende darüber, ob eine Anlage gebaut werden kann. Die Befliegungen liegen je nach Region mehrere Jahre zurück: Ein Baum, der seitdem gewachsen ist, oder ein Anbau des Nachbarn taucht nicht auf. Über die Statik Ihres Dachstuhls und den Zustand der Eindeckung sagt das Modell nichts, ebenso wenig über den Platz im Zählerschrank, die Kabelwege bis zum Wechselrichter oder darüber, ob der Netzbetreiber an Ihrem Anschluss noch Kapazität hat. Auch Dachfenster, Gauben und Lüfter sind in den Modellen nur grob abgebildet.

Alle Betreiber schreiben deshalb selbst dazu, dass ihr Werkzeug eine fachliche Beratung nicht ersetzt. Nehmen Sie das Ergebnis also als gut begründeten Ausgangswert, nicht als Angebot.

Wenn Ihr Haus nicht erscheinen soll

Alle genannten Portale räumen Eigentümerinnen und Eigentümern ein Widerspruchsrecht ein. Ein formloses Schreiben an die jeweils genannte Stelle genügt, danach wird das Gebäude aus der Darstellung entfernt. Die Kontaktadressen stehen direkt auf der Startseite des jeweiligen Katasters.

Alle Angaben in diesem Beitrag wurden am 5. August 2026 direkt bei den genannten Betreibern geprüft. Solarkataster werden in unregelmäßigen Abständen aktualisiert; maßgeblich ist immer der Stand auf der jeweiligen Portalseite.

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Europaplatz in Braunschweig Volkswagen Halle

Die Volkswagen Halle ist Braunschweigs derzeit größte Mehrzweckhalle für Konzerte, Sportveranstaltungen, TV-Produktionen und Kongresse. Sie bietet Platz für bis zu 9.000 Besucher und befindet sich am Europaplatz, in direkter Nähe zum Bürgerpark. Sie wurde im Jahr 2000 eröffnet, ist die Heimspielstätte der Basketball Löwen Braunschweig und trägt seit dem Frühjahr 2025 eine Photovoltaik-Anlage von Gast & Partner auf den Flachdächern des vorgelagerten Eingangsbereichs.

Bis zu 54.000 Watt für den eigenen Bedarf!

Etwa 150 JinkoSolar-Module wurden im Winter/Frühjahr 2025 auf den südlichen Flachdachflächen der Halle aufgeständert. Zwei direkt auf dem Dach montierte Huawei-Wechselrichter sorgen dort für die direkte Versorgung der Halle. Betreiber ist die Energiegenossenschaft Braunschweiger Land eG.

Gut gefüllte Veranstaltungshalle mit Publikum vor einer hell erleuchteten Konzertbühne.

Da steckt Energie drin!

Die Anlage erzeugt jährlich rund 58.000 kWh Sonnenstrom. Energie, die nahezu vollständig direkt in der Location verbraucht wird. Der hohe Eigenverbrauchsanteil minimiert den externen Strombezug und stärkt die lokale Energieversorgung deutlich. Durch die Anlage werden bis zu 28 Tonnen CO₂-Emissionen pro Jahr vermieden.